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By Howard S. Becker

„Der Mensch mit abweichendem Verhalten ist ein Mensch, auf den diese Bezeichnung erfolgreich angewandt worden ist; abweichendes Verhalten ist Verhalten, das Menschen als solches bezeichnen“: Es ist einer der klassischen Sätze der Devianzsoziologie in einem der Klassiker des Feldes. Howard S. Becker betont fernab von alten und simplistischen Fragen danach, „warum Menschen Regeln brechen“, welche Situationen und welche Prozesse dazu führen, dass Menschen in Positionen geraten, in denen sie als „Regelbrecher“ betitelt werden, wie sie mit diesen Positionen umgehen und sich auch gegen diese wehren.

„Außenseiter“ erschien erstmals 1963 in ny und wurde 1981 bei S. Fischer in deutscher Übersetzung publiziert. Seit den frühen neunziger Jahren vergriffen, liegt hier nun eine von Michael Dellwing überarbeitete und herausgegebene model vor.

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Dieser Buchtitel ist Teil des Digitalisierungsprojekts Springer booklet information mit Publikationen, die seit den Anfängen des Verlags von 1842 erschienen sind. Der Verlag stellt mit diesem Archiv Quellen für die historische wie auch die disziplingeschichtliche Forschung zur Verfügung, die jeweils im historischen Kontext betrachtet werden müssen.

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Die ursprüngliche deutsche Übersetzung nutzte den mittlerweile nicht mehr akzeptablen Begriff „Neger“. „Afroamerikaner“, was häufig als „politisch korrekter“ Begriff verwendet wird, hat seine eigenen Probleme: Er unterstellt Menschen, deren Familien seit vielen Generationen in Nordamerika leben, eine afrikanische Verwurzelung und treibt damit eine Trennung voran. Er ist zudem ein bürokratischer Begriff, der von den bezeichneten Personen selten als Selbstbezeichnung verwendet wird. (Anm. des Herausgebers) Außenseiter 35 men wird, er habe eine weiße Frau angegriffen, mit größerer Wahrscheinlichkeit bestraft wird als ein Weißer, dem das gleiche Vergehen zur Last gelegt wird; es ist kaum weniger bekannt, dass ein Schwarzer, der einen anderen Schwarzen ermordet, mit geringerer Wahrscheinlichkeit bestraft wird als ein Weißer, der einen Mord begeht (Garfinkel 1949).

In solchen Fällen können bei der Einführung eines Individuums in die entsprechende Subkultur verschiedene Medien der Kommunikation an die Stelle der face-to-face-Interaktion treten. Die pornographischen Bilder, die ich oben erwähnte, wurden dem künftigen Käufer in einer stilisierten Sprache beschrieben. Gewöhnliche Worte wurden in einer Art Kurzschrifttechnik zur Anregung spezifischer Geschmäcker benutzt. Das Wort „Bondage“ zum Beispiel wurde wiederholt benutzt, um auf Bilder von Frauen in Handschellen oder Zwangsjacken hinzuweisen.

Die meisten Menschen halten wahrscheinlich den Fetischismus (den sado-masochistischen Fetischismus im Besonderen) für eine seltene und exotische Perversion. Ich hatte jedoch vor mehreren Jahren Gelegenheit, den ausschließlich für Liebhaber dieser Spezialität bestimmten Katalog eines Händlers mit pornographischen Bildern einzusehen. Der Katalog enthielt keine Bilder von Nackten, keine Bilder irgendeiner Version des Sexualaktes. Statt dessen enthielt er Seite für Seite Bilder von Mädchen in Zwangsjacken, von Mädchen, die Stiefel mit zentimeterhohen Absätzen tragen, von Mädchen, die Peitschen in den Händen halten, von Mädchen in Handschellen und von Mädchen, die sich gegenseitig den Hintern versohlen [„spanking“].

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